Vitamin D Mangel bei Kindern verhindern – wie geht das?

Aktuellen Forschungsergebnissen zufolge weisen mehr als neun von zehn Kindern in Deutschland eine Unterversorgung mit Vitamin D auf.1 Diese alarmierenden Zahlen sind vor allem auf unseren modernen Lebensstil und verschiedene Umwelteinflüsse zurückzuführen.2

In diesem Artikel erfährst Du,

  1. warum Vitamin D3 für Kinder eine so große Bedeutung hat
  2. wie sich die körpereigene Produktion am besten anregen lässt
  3. was Du im Herbst und während der Wintermonate gegen einen Vitamin D Mangel bei Kindern unternehmen kannst

Was ist Vitamin D überhaupt?

Unter dem Begriff Vitamin D verstehen Biochemiker kein einzelnes Molekül, sondern eine Gruppe bestimmter fettlöslicher Stoffe. Als wichtigster Vertreter der Vitamin D Familie gilt Cholecalciferol, das auch die Bezeichnung Vitamin D3 trägt. Genau genommen unterscheidet sich Vitamin D grundsätzlich von allen anderen Vitaminen.

Per Definition stellt ein Vitamin einen essenziellen Nährstoff dar, den unser Organismus über die Nahrung zuführen muss. Bei Vitamin D sieht die Situation anders aus: Wir Menschen und fast alle Wirbeltiere können Cholecalciferol selbst produzieren.

Chemische Struktur Cholecalciferol

Was wir dazu benötigen, ist eine ausreichend hohe ultraviolette Strahlung der Sonne, die in unsere äußere Hautschicht (Epidermis) eindringt. Aus diesem Grund trägt das wertvolle Biomolekül auch die Bezeichnung Sonnenvitamin.

Vitamin D weist eine weitere Besonderheit gegenüber allen anderen Vitaminen auf: Seine biologisch aktive Form Calcitriol wirkt als körpereigenes Hormon.

Wofür wir Vitamin D3 brauchen

Früher waren Wissenschaftler und Ärzte der Überzeugung, die wesentliche Aufgabe von Vitamin D bestände im Aufbau gesunder Knochen. Der Grund liegt darin, dass sich die zu Beginn des 20. Jahrhundert bei Säuglingen und Kleinkindern weitverbreitete Knochenerkrankung Rachitis durch Vitamin D verhindern und auch behandeln lässt.3

Aktuelle Forschungsarbeiten belegen eine Vielzahl weiterer Funktionen des lebensnotwendigen Vitalstoffs. Unter anderem spielt er eine wichtige Rolle bei der Aktivierung unseres Erbguts: Bis zu 10 Prozent der menschlichen Gene werden durch Vitamin D beeinflusst.4

Beinahe jede Zelle des Körpers besitzt an ihrer Oberfläche Vitamin D Bindungsstellen (Rezeptoren). Somit steuert der vielseitige Vitalstoff die grundlegenden Funktionen zahlreicher Organe.5 Eine länger anhaltende Unterversorgung kann die Gesundheit von Erwachsenen und Kindern beeinträchtigen.

Wie viel Vitamin D benötigt der Mensch am Tag?

Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) haben Erwachsene und Kinder einen täglichen Mindestbedarf von 20 Mikrogramm (µg) Vitamin D. Das entspricht 800 Internationalen Einheiten (IE). Im Einzelnen gibt die DGE folgende Referenzwerte an:

AlterTäglicher Vitamin D Bedarf
Säuglinge (0 bis 12 Monate)10 µg (400 IE)*
Kinder und Jugendliche (1 bis 18 Jahre)20 µg (800 IE)
Erwachsene20 µg (800 IE)
Schwangere20 µg (800 IE)
Stillende20 µg (800 IE)

Erforderliche Vitamin D Zufuhr bei fehlender Sonneneinstrahlung.6
* Schätzwerte

Wann spricht man von einem Vitamin D Mangel bei Kindern?

Unser Organismus wandelt Vitamin D3 in der Leber in die Zwischenstufe 25-OH-Vitamin-D3 um, die auch die Bezeichnung 25(OH)D trägt. Dieses Biomolekül bleibt im Blut über längere Zeit konstant und dient als Speicherform von Vitamin D. Aus diesem Grund eignet es sich gut zur Diagnose eines Vitamin D3 Defizits.

Ein Labor bestimmt aus dem Blutserum die Konzentration von 25-OH-Vitamin-D3. Sie wird entweder in Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) oder Nanomol pro Liter (nmol/l) angegeben. Bei der Messung sind folgende Ergebnisse möglich:

Übersicht der 25(OH)D Werte im Blutserum7

  • extremer Mangel: weniger als 7 ng/ml (17,5 nmol/l)
  • Mangel: unter 20 ng/ml (unter 50 nmol/l)
  • Unterversorgung: 20 bis 29 ng/ml (50 bis 72,5 nmol/l)
  • normale Werte: 30 bis 59 ng/ml (75 bis 147,5 nmol/l)
  • hohe Werte: 60 bis 89 ng/ml (150 bis 222,5 nmol/l)
  • Überversorgung: 90 bis 149 ng/ml (225 bis 372,5 nmol/l)
  • Vitamin D Vergiftung: über 150 ng/ml (mehr als 375 nmol/l)

Messwerte von 30 bis 59 ng/ml gelten als normal. Leicht erniedrigte Werte zwischen 20 und 29 ng/ml werden von Medizinern Unterversorgung genannt. Ein Vitamin D Mangel liegt dann vor, wenn der 25(OH)D Spiegel im Blut unter 20 ng/ml sinkt. Diese Einteilung ist für Kinder und Erwachsene gleich.

Zwei Indizien sprechen dafür, dass ein 25-OH-Vitamin-D3 Spiegel von 40 ng/ml eine gute Versorgung mit Vitamin D3 darstellt: Einerseits enthält die Muttermilch nur bei einer 25(OH)D Blutkonzentration von mehr als 39 ng/ml genug Vitamin D, um den Säugling optimal zu versorgen. Darüber hinaus speichert unser Körper 25(OH)D erst ab 40 ng/ml im Fettgewebe.8

Die aktuelle Situation in Deutschland

Seit dem Jahr 2003 führt das Robert-Koch-Institut fortlaufend Untersuchungen über den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 17 Jahren durch. Die Auswertung der Daten wird regelmäßig unter dem Begriff KiGGS-Studie9 veröffentlicht.

Die Besonderheit dieser Forschungsarbeit besteht darin, dass zum Thema Vitamin D Mangel bei Kindern keine Befragungen durchgeführt oder Schätzungen vorgenommen wurden. Zum ersten Mal bestimmten die Wissenschaftler bei einer repräsentativen Gruppe von gesunden Kindern und Jugendlichen die 25(OH)D Werte im Blut.

In der Altersgruppe von 0 bis 2 Jahren liegt der Mittelwert bei 24,5 ng/ml (Jungen) beziehungsweise 23 ng/ml (Mädchen). Mit zunehmendem Alter nimmt Vitamin D immer weiter ab. 11- bis 13-jährige Mädchen weisen mit einer 25(OH)D Konzentration von 13,7 ng/ml die niedrigsten gemessenen Mittelwerte auf.10

Darüber hinaus konnten die Wissenschaftler zeigen, dass der 25(OH)D Wert stark von der Jahreszeit abhängt. Mit 10,6 ng/ml (26,4 nmol/l) wurde im Februar der niedrigste durchschnittliche Vitamin D Spiegel bei Kindern gemessen. Nimmt man Kleinkinder und Säuglinge aus der Statistik heraus, liegt der höchste Durchschnittswert im August bei 24,2 ng/ml (60,4 nmol/l).10

Was bedeutet das?

Obwohl die meisten Säuglinge und Kleinkinder in Deutschland Vitamin D3 in Form von Tropfen oder Tabletten einnehmen, ist die Versorgung mit dem lebenswichtigen Vitalstoff insgesamt mangelhaft. Mit Vitamin D Spiegeln von 23 und 24,5 ng/ml erreichen sie im Durchschnitt nicht den offiziell empfohlenen Bereich.

Für die übrigen Kinder und Jugendlichen sieht die Situation noch dramatischer aus: Die durchschnittlichen 25(OH)D Blutkonzentrationen liegen bei unserem Nachwuchs alle in den Bereichen Unterversorgung und Vitamin D Mangel.

Welche Folgen eine langfristige Unterversorgung für Kinder haben kann

Vor allem in den ersten beiden Lebensjahren und in der Pubertät brauchen Kinder große Mengen an Vitamin D3. Wenn der lebenswichtige Vitalstoff im Blut über längere Zeit zu niedrige Werte annimmt, hat das ernste Folgen für die Gesundheit der Betroffenen.

Vitamin D und die Knochen

Eine anhaltende Unterversorgung mit Vitamin D zieht eine Störung des Kalziumstoffwechsels nach sich. Als Folge kommt es zu einem fehlerhaften Aufbau des Knochengerüsts, der als Rachitis bezeichnet wird. Zu den typischen Symptomen gehören Knochenerweichungen im Bereich des Schädels, Verformungen der Wirbelsäule, O-Beine sowie eine gestörte Zahnbildung.

Als weitere Beschwerden können Knochenschmerzen, Muskelkrämpfe oder eine erhöhte Infektneigung auftreten.11 Ein Vitamin D Mangel im Kleinkindalter führt nicht selten zu Wachstumsstörungen und Kleinwuchs. Aufgrund der veränderten Knochenstruktur besteht die Gefahr, dass bei plötzlichen Bewegungen ein Knochen bricht.12

Wachstum bei Kind

Umgekehrt ist es durch die rechtzeitige Einnahme von Vitamin D möglich, die Folgen eines Defizits rückgängig zu machen: Im Jahr 2017 führten amerikanische Wissenschaftler eine Studie mit 113 Kindern im Alter von 12 bis 15 Jahren über sechs Monate durch. 56 Teilnehmer nahmen jeden Tag ein Nahrungsergänzungsmittel mit 800 IE Vitamin D3 ein.

Die restlichen 57 Probanden erhielten ein Scheinmedikament (Placebo). Nach einem halben Jahr wiesen die Kinder aus der Vitamin D Gruppe ein um 50 Prozent gesteigertes Körperwachstum gegenüber der Placebo-Grupppe auf.13

Eine Übersichtsarbeit mit 167 Studien konnte darüber hinaus einen Zusammenhang zwischen einer Unterversorgung mit Vitamin D im Jugendalter und dem Auftreten von Osteoporose im späteren Leben aufzeigen.10

Vitamin D Mangel bei Kindern und die Entstehung von Diabetes

Für Kleinkinder mit einem Defizit an Vitamin D besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, als Jugendliche einen Diabetes mellitus Typ 1 zu entwickeln.12 Im Rahmen einer experimentellen Studie sammelten finnische Forscher die Daten von mehr als 12000 Kindern über einen Zeitraum von 30 Jahren.

Ein Teil der Mütter richtete sich nach den offiziellen Empfehlungen und gab ihren Sprösslingen ab dem ersten Lebensjahr jeden Tag 50 µg (2000 IE) Vitamin D3 in Form eines Nahrungsergänzungsmittels. Die statistische Auswertung ergab, dass diese Kinder ein 80 Prozent geringeres Risiko aufwiesen, bis zum 30. Lebensjahr an Diabetes zu erkranken.14

Multiple Sklerose und der Vitamin D Status

Mehrere Forschungsarbeiten belegen einen Zusammenhang zwischen der Unterversorgung mit Vitamin D3 im Säuglings- und Kindesalter und einem späteren Auftreten der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose (MS).15, 16

Im Jahr 2012 durchsuchte eine schwedische Forschergruppe die medizinischen Datenbanken des Landes nach Fällen von MS. Von 164000 Personen konnte sie 192 Erkrankte identifizieren. Anschließend analysierten die Wissenschaftler eingefrorene Blutproben der Betroffenen, die zu verschiedenen Zeitpunkten vor dem Ausbruch der Krankheit entnommen worden waren.

Das Ergebnis: Bei einem Vitamin D Spiegel von mehr als 30 ng/ml (75 nmol/l) – das entspricht dem unteren Normalbereich – nahm die Gefahr deutlich ab, im späteren Leben Multiple Sklerose zu entwickeln.17

Einen Vitamin D Mangel bei Kindern erkennen

Anfangs treten keine typischen Symptome auf, sodass der Kinderarzt ein Defizit an Vitamin D3 häufig nicht sofort diagnostiziert. Beschwerden wie Konzentrationsstörungen, allgemeine Müdigkeit, Leistungsschwäche, Schlafstörungen, Unruhe oder vermehrtes Schwitzen können viele Ursachen haben.

Klarheit verschafft ein Test, der die Konzentration an 25(OH)D im Blut bestimmt. Er wird entweder beim Arzt oder als Selbsttest zu Hause durchgeführt. Bei folgenden Personen besteht eine besonders große Gefahr, ein Defizit an Vitamin D3 zu erleiden:

  • gestillte Säuglinge, die kein zusätzliches Vitamin D3 erhalten18
  • vegan ernährte Kinder
  • Jugendliche und Kinder, die selten der Sonne ausgesetzt sind
  • Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund19

Wie sich ein Vitamin D Mangel bei Kindern verhindern lässt

Unser Organismus hat zwei Möglichkeiten, den Vitamin D Bedarf zu decken: die Herstellung von Vitamin D3 in der Haut und die Zufuhr von Vitamin-D-reichen Nahrungsmitteln. Idealerweise produzieren wir 80 bis 90 Prozent des benötigten Vitalstoffs selbst.

Warum klappt das heute nicht mehr richtig?

Mittlerweile haben sich in Deutschland die meisten Kinder zu Stubenhockern entwickelt. Herumtollen im Freien bei Wind und Wetter, das viele Erwachsene noch aus ihren Kindertagen kennen, gehört der Vergangenheit an. Laut einer unabhängigen Umfrage ist nur ein Drittel der 3- bis 12-jährigen Mädchen und Jungen jeden Tag an der frischen Luft.20

Stattdessen halten sich Kinder die meiste Zeit in Gebäuden auf. Wenn es doch einmal in die Sonne geht, cremen fürsorgliche Eltern jede freie Hautstelle mit einem Sonnenschutzmittel ein. Wie soll da der Körper Vitamin D3 herstellen?

Hinzu kommt, dass in vielen Großstädten eine starke Umweltverschmutzung herrscht. Dadurch gelangt auch an sonnigen Tagen kaum ultraviolette Strahlung (UV-A- und UV-B-Strahlen) der Sonne auf unsere Haut.

Vitamin D Produktion mithilfe der Sonnenstrahlung

Vitamin D3 ist das einzige Vitamin, das der Mensch selbst herstellen kann. Wir benötigen dazu die Mithilfe der UV-B-Strahlung der Sonne. Im Gegensatz zum schwächeren UV-A-Anteil sind die UV-B-Strahlen überaus energiereich. Sie sorgen für die Braunfärbung der Haut und können bei zu langem Aufenthalt im Freien einen Sonnenbrand hervorrufen.

Wer sich über längere Zeit ungeschützt in der prallen Sonne aufhält, riskiert nicht nur eine Schädigung der Haut. Auch das neu gebildete Vitamin D3 wird umgehend wieder abgebaut, wenn die UV-B-Strahlung zu intensiv einwirkt. Auf diese Weise schützt sich der Organismus vor einer Überdosierung mit Vitamin D.

Kind spielt in der Sonne

Die Intensität der Sonnenstrahlung, die auf unsere Haut trifft, hängt hauptsächlich vom Einfallswinkel ab. Da die Sonne um die Mittagszeit am höchsten steht, haben die UV-B-Strahlen eine besonders große Wirkung. Bei einem Einfallswinkel von unter 45 Grad – der Zenit entspricht 90 Grad – stellt die Haut kein Vitamin D3 mehr her.

Neben der Tageszeit sind vor allem die geografische Lage (Breitengrad) und die Jahreszeit entscheidend. Amerikanische Forscher fanden heraus, dass auf Höhe des 52. Breitengrades (Berlin) die Menschen in der Zeit von Oktober bis März kein Vitamin D3 produzieren können.21

Faustregel:

Wenn der Schatten auf dem Boden länger ist als unsere Körpergröße, reicht der Einfallswinkel der Sonnenstrahlung nicht zur Herstellung von Vitamin D3 aus.

Kinder und Erwachsene sollten darauf achten, von April bis September die Vitamin D Speicher im Fettgewebe vollständig aufzufüllen. In einer aktuellen Studie konnten norwegische Wissenschaftler zeigen, dass ein 25(OH)D Blutspiegel von 49 ng/ml (122 nmol/l) – das entspricht dem mittleren Normalbereich – zum Ende des Sommers ausreicht, um ohne einen Mangel an Vitamin D durch den Winter zu kommen.22

Wie kann ich das praktisch umsetzen?

In den Monaten April bis September sollten Deine Kinder an jedem sonnigen Tag zwischen 11 und 15 Uhr ein kurzes Vitamin D Sonnenbad nehmen. Dabei genügt es, wenn das Gesicht sowie die Arme und Beine der Sonne ausgesetzt sind. Die Mindestaufenthaltsdauer hängt vom jeweiligen Hauttyp ab.

Aufenthaltsdauer in der Sonne und Vitamin D3 Produktion in Abhängigkeit vom Hauttyp

  • Keltischer Typ (hellhäutig, blauäugig, rothaarig): 10 Minuten
  • Nordischer Typ (hellhäutig, blau- oder grünäugig, blond): 10 bis 15 Minuten
  • Mischtyp (hellhäutig, alle Augen- und Haarfarben): 15 Minuten
  • Mediterraner Typ (gebräunte Haut, braun- oder grünäugig, braune Haare): 30 Minuten
  • Dunkle Haut (dunkelbraune Hautfarbe, braune oder schwarze Haare): 45 Minuten
  • Schwarze Haut (schwarze Hautfarbe, schwarzes Haar): 1 bis 2 Stunden

Damit die Vitamin D3 Herstellung angeregt wird, darfst Du kein Sonnenschutzmittel auf die freien Hautstellen auftragen. Bereits ein Lichtschutzfaktor von 14 bringt die Produktion komplett zum Erliegen.23

Nach dem kurzen Sonnenbad solltest Du Dein Kind ins Haus oder in die Wohnung holen und den Körper seine Arbeit verrichten lassen. Wenn der Nachwuchs weiter an der frischen Luft spielen möchte, kannst Du nach ein bis zwei Stunden eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen.

Was ist, wenn sich die Haut rötet?

Manche Kinder, die noch nie ohne Schutz in der Sonne gewesen sind, reagieren zu Anfang empfindlich. Falls sich bei hellhäutigen Sprösslingen die freien Hautstellen röten, waren sie zu lange der Sonne ausgesetzt. In diesem Fall wartest Du am besten ein paar Tage und beginnst zunächst mit einem Sonnenbad von zwei bis drei Minuten.

Mit der Zeit gewöhnt sich die Haut an die Sonnenstrahlung und Du kannst die Zeit langsam steigern, bis die Aufenthaltsdauer für den jeweiligen Hauttyp erreicht wird.

Vitamin D in der Nahrung

In einigen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln ist Vitamin D zu finden. Es gibt jedoch einen wesentlichen Unterschied:

  • Fleisch, Fisch und tierische Produkte enthalten Vitamin D3
  • In pflanzlicher Nahrung kommt Vitamin D2 (Ergocalciferol) vor

Lange Zeit galten die beiden Vitamin D Formen als gleichwertig, da sie biochemisch ineinander umgewandelt werden können. Im Jahr 1998 wies eine kanadische Forschergruppe nach, dass der menschliche Körper Vitamin D3 rund 70 Prozent besser verwertet als Vitamin D2.24

Lebensmittel mit Vitamin D3

Im Folgenden haben wir den Gehalt an Vitamin D aufgelistet bezogen auf 100 Gramm der entsprechenden Nahrungsmittel.25, 26

Fische

LebensmittelVitamin D3 Gehalt pro 100 Gramm
Lebertran330 µg (13.200 IE)
geräucherter Aal90 µg (3600 IE)
Sprotte32 µg (1280 IE)
Bückling28,8 µg (1152 IE)
Matjeshering28 µg (1120 IE)
Forelle22 µg (880 IE)
Lachs16,3 µg (652 IE)
Sardine10,8 µg (432 IE)
Thunfisch4,5 µg (180 IE)

Tierische Produkte

LebensmittelVitamin D3 Gehalt pro 100 Gramm
Schmelzkäse3,1 µg (124 IE)
Hühnerei2,9 µg (116 IE)
Rinderleber1,7 µg (68 IE)
Hühnerleber1,3 µg (52 IE)

Pilze

LebensmittelVitamin D2 Gehalt pro 100 Gramm
Steinpilze3,1 µg (124 IE)
Morcheln3,1 µg (124 IE)
Pfifferlinge2,1 µg (84 IE)
Champignons1,9 µg (76 IE)

Nur in fettreichen Fischen kommt Vitamin D in ausreichenden Mengen vor. Um ihren kompletten Bedarf zu decken, müssten Kinder und Jugendliche täglich mindestens 80 Gramm Matjeshering, 100 Gramm Forelle oder 140 Gramm Lachs verzehren. Das ist vollkommen unrealistisch.

Trotzdem lohnt es sich, in den Monaten von Oktober bis März ein oder zwei Mal in der Woche für die ganze Familie ein Fischgericht zuzubereiten. Dadurch lässt sich die schwache Sonneneinstrahlung im Winter zum Teil kompensieren.

Hinweis

Da Vitamin D hitzestabil ist, bleibt der größte Teil beim Kochen oder Braten erhalten. Trotzdem empfiehlt es sich nicht, Lebensmittel über längere Zeit hohen Temperaturen auszusetzen. Um Verluste an anderen Nährstoffen zu vermeiden, dünstest Du Pilze am besten nur kurz.

Wann lohnt sich eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D3?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung weist darauf hin, dass Erwachsene und Kinder die notwendigen Mengen an Vitamin D in erster Linie selbst in der Haut herstellen sollten. Dazu sind regelmäßige Sonnenbäder während der Sommermonate erforderlich.

Personen, die sich bei Sonnenschein kaum oder gar nicht bzw. nur vollständig bekleidet im Freien aufhalten oder Personen mit dunkler Hautfarbe, benötigen zur Sicherstellung der gewünschten 25-OH-Vitamin-D3 Blutkonzentrationen in unseren Breiten ein Vitamin D Präparat.

Presseinformation der DGE vom 10. Januar 201227

Kinder, aber auch Erwachsene, die nur wenig Zeit in der Sonne verbringen, können ihren Tagesbedarf leicht mit einem Nahrungsergänzungsmittel unterstützen. Das Gleiche gilt für die Monate von Oktober bis März, in welchen die Sonnenstrahlung nicht für die körpereigene Produktion ausreicht.

Wie hoch soll ich Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D dosieren?

Am besten hältst Du Dich an die Empfehlung des Produzenten. Auch bei versehentlich etwas höheren Dosierungen besteht für die Kinder keine Gefahr. Anhand einer klinischen Studie mit 340 gesunden Schulkindern konnte eine internationale Forschergruppe nachweisen, dass die Einnahme von 2000 IE Vitamin D3 über ein Jahr keine unerwünschten Nebenwirkungen hervorruft.28

Fazit

Vitamin D nimmt eine Vielzahl lebenswichtiger Aufgaben in unserem Organismus wahr. Da sich heutzutage die meisten Kinder und Erwachsenen überwiegend in geschlossenen Räumen aufhalten, stellt der Körper den wertvollen Vitalstoff nicht mehr in ausreichenden Mengen selbst her.

Als Folge kam es in westlichen Industrieländern zu einem epidemieartigen Anstieg an Vitamin D Defiziten. Um einer Unterversorgung vorzubeugen, sollten sich Kinder im Frühling und im Sommer so oft wie möglich um die Mittagszeit kurz der Sonne aussetzen. Dabei ist es wichtig, keine Sonnencreme auf die freien Hautstellen aufzutragen.

In der Zeit von Oktober bis März sollten regelmäßig fettreiche Fische und andere Vitamin-D-haltige Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen. Zusätzlich kann die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels dazu beitragen, den Vitamin D Spiegel im Normalbereich zu halten.

Quellen anzeigen

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[23] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-062012/vitamin-d-das-hormon-der-streithaehne/
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[25] http://www.vitalstoff-lexikon.de/Vitamine-A-C-D-E-K/Vitamin-D/Lebensmittel.html
[26] https://www.geo.de/wissen/ernaehrung/vitamin-lexikon/20513-rtkl-rinderleber-diese-vitamine-stecken-drin
[27] https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwjytYfqvNjlAhXqHLkGHZbbBTsQFjAAegQIAxAC&url=https%3A%2F%2Fwww.dge.de%2Fuploads%2Fmedia%2FDGE-Pressemeldung-aktuell-01-2012-Vitamin-D.pdf&usg=AOvVaw33bdBNUUNQT4oMB4-DJXJw
[28] Maalouf J et al. Short- and Long-Term Safety of Weekly High-Dose Vitamin D3 Supplementation in School Children. J Clin Endocrinol Metab. 2008 Jul;93(7):2693-2701.
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Dr. Jochen G. Opitz Über den Autor: Dr. Jochen G. Opitz ist Biochemiker, Doktor der Naturwissenschaften und arbeitet seit 20 Jahren als Heilpraktiker in eigener Praxis. Durch seine Ausbildung und praktische Erfahrung schreibt er für unsere Leser sowohl aus Sicht der Naturheilkunde als auch der westlichen Medizin. Eine Übersicht seiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen findest Du hier: Dr. Jochen G. Opitz auf Researchgate

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